Corona-Schutzmasken

Die Corona-Krise erzeugte, wie an jeder Schule, eine ganz besondere und für die meisten noch nie erlebte Situation: es findet kein Unterricht statt, Schülerinnen und Schüler wie auch das Kollegium sollen zu Hause bleiben. Da unsere Schule, die OBS Pestalozzischule, nicht mit IServ ausgestattet ist, die Schülerschaft selbst auch nicht immer über einen Computer verfügt, wird die Bereitstellung mir Lernmaterial zu einer besonderen Herausforderung. So werden Arbeitspakete kopiert, persönlich in die Briefkästen gesteckt und auf verschiedensten Wegen versucht, den Kontakt zu halten und immer wieder daran zu erinnern, dass die Osterferien noch nicht angefangen hatten!
Neben dieser Art der Unterrichtsversorgung ist das Kollegium mit dem Überarbeiten von Konzepten, Rahmenrichtlinien, Förderplänen und anderem beschäftigt. Da dem einen oder anderen Kollegen die konkrete Sinnhaftigkeit der Handlung fehlte, beschloss man in der Freizeit Schutzmasken zu nähen und diese karitativ zu verteilen. Schnell waren engagierte Kolleginnen gefunden, denen sich auch noch Freunde oder Verwandte anschlossen. Der relativ gut ausgestattete Fachbereich Textiles Gestalten konnte mit Gummilitze, Schrägband und vor allem Nähmaschinen aushelfen und so wurden in kurzer Zeit aus ausgedienter Bett- oder Tischwäsche Schutzmasken.
Einer großer Teil der Masken wurde dem Vinzenzkrankenhaus in Kirchrode zur Verfügung gestellt, damit dort zum Beispiel werdende Väter im Kreissaal bei der Geburt ihres Kindes dabei sein dürfen, denn das Tragen eines Mundschutzes ist dafür Voraussetzung. Diese Pflicht besteht auch bei der Begleitung Sterbender. Deshalb war die Begeisterung der Krankenhausleitung groß, als wir unsere Masken dort vorbeibrachten und wurde auch im Intranet erwähnt.
Eine Apotheke, die keine Schutzmasken mehr zum Verkauf hatte, konnte nun unsere selbstgenähten den verzweifelten Kunden schenken, die diese zum Beispiel für den Besuch kranker Menschen brauchten. Aber auch in der nächsten Umgebung konnten wir vielen Menschen helfen und haben dabei große Dankbarkeit erfahren.
Schade, dass wir unsere Schülerschaft aufgrund der gegebenen Verhältnisse nicht in dieses Projekt einbinden konnten, doch in der Hoffnung, dass bald wieder Veranstaltungen wie das Kleine Fest am Bache in Anderten (voraussichtlicher Termin ist der 14.9.) stattfinden können, laden wir jetzt schon dazu ein, dort unseren Stand zu besuchen, denn wir können mehr als Schutzmasken nähen!